Die von der Sonne zugestrahlte Energie liegt überwiegend im Wellenlängenbereich zwischen 0,1 mm (1 mm = 10- 3 mm: Mikrometer) und 10 mm; es handelt sich also überwiegend um kurzwellige Einstrahlung (UV, sichtbares Licht, nahes und mittleres Infrarot).
Diese kurzwellige Strahlung wird von den Objekten an der Erdoberfläche teilweise reflektiert (in Abhängigkeit von der Albedo: hohe Albedo von Wasserflächen, geringe Albedo von dunklem Boden), teilweise absorbiert. Die absorbierte Strahlung erwärmt die Objekte auf der Erdoberfläche; diese senden als erwärmte Körper (proportional zu T4) langwellige Wärme-Strahlung (thermales und fernes Infrarot) zurück in die Atmosphäre.
Der entscheidende Ansatzpunkt für die digitale FE liegt darin, dass die Objekte an der Erdoberfläche (Pflanzen, Häuser, Wasserflächen etc.) in Abhängigkeit von ihrem Zustand die elektromagnetische Strahlung einer bestimmten Wellenlänge mit unterschiedlicher Intensität reflektieren bzw. emittieren:
Beispiel 1:
Dabei gibt es allerdings ein erhebliches Problem: Je nach Beschaffenheit der Atmosphäre (Wassergehalt, CO2-Gehalt, O3-Gehalt, Aerosole) werden bestimmte Frequenzbereiche dieser reflektierten und emittierten Strahlung ganz oder teilweise auf dem Weg durch die Atmosphäre absorbiert (in Wärme umgewandelt), so dass sie nicht oder nur sehr schwach vom Strahlungssensor registriert werden können. In einigen spektralen Intervallen ist die Transmissivität (Durchlässigkeit) der Atmosphäre jedoch so hoch, dass in diesen spektralen Fenstern die Strahlungsintensitäten durch Radiometer genau erfaßt werden können:
R
Ultraviolette Strahlung (0,2 - 0,4 mm)
R
Bereich des sichtbaren Lichtes (0,4 - 0,7 mm:
Blau, Grün, Rot)
R
Nahes Infrarot (0,7 - 1,0 mm)
R
einige Intervalle im mittleren IR (1,0 - 3,0 mm)
R
einige Intervalle im thermalen IR (3,0 - 15 mm).
Der Frequenzbereich,
für den ein Strahlungssensor die elektromagnetische Strahlung registrieren
kann, wird in der FE ein Kanal
genannt.
Viele Satelliten-
und Flugzeug-Systeme sind in der Lage, für ein Pixel an der Erdoberfläche
die Strahlung gleichzeitig in mehreren Kanälen zu registrieren. Solche
multispektralen
Radiometer liefern dann Multispektraldaten
mit einer hohen spektralen Auflösung.
Die Radiometersysteme auf Satelliten- und Flugzeugplattformen unterscheiden sich auch in anderen charakteristischen Eigenschaften:
| Satellit | SPOT | LANDSAT 5 | LANDSAT 7 | ERS - 1 | NOAA | IRS (LISS) | METEOSAT |
| Betreiber | SPOT Image | NASA | NASA | ESA | NASA | Indien | ESA |
| Umlaufbahn | sonnensynchron | sonnensynchron | sonnensynchron | sonnensynchron | sonnensynchron | sonnensynchron | geostationär |
| Höhe | 830 km | 705 km | 705 km | 777 km | 815 km | 904 km | 35.800 km |
| Anwendungs-
bereiche |
Landnutzung,
Geologie |
Landnutzung, Geologie,Hydrol. | Landnutzung, Geologie, Hydrol. | Landinformation,
Ozeane, Eis |
Erde bei Tag & Nacht | Landnutzung, Geologie, Hydrol. | meteorologische
Daten |
| Räumliche
Auflösung |
10
m (pan) 20 m (ms) |
30
m 120 m (tir) |
15 m (pan), 30 m (ms), 60 m (tir) | 30 m | 1.000
m im Nadir |
LISS 3: 25 m | 2.500
m (vis) 5.000 m (ir) |
| Zeitliche
Auflösung |
21 Tage | 16 Tage | 16 Tage | 3 Tage | 12 Stunden | 22 Tage | 30 Minuten |
| Radiometr.
Auflösung |
8 bit | 8 bit | 8 bit | 8 bit | 10 bit | 8 bit | 8 bit |
| Spektrale
Auflösung |
1
Kanal pan 2 Kanäle ms |
6
Kanäle ms 1 Kanal tir |
6
Kanäle ms 1 Kanal tir 1 Kanal pan |
aktives Radar-
System (SAR) |
5 Kanäle | 4 Kanäle | 2
Kanäle (vis, nir) 1 Kanal (tir) |
Für
den LANDSAT-Satelliten sind seine Konstruktion (11
kB), seine Umlaufbahn (65 kB), die spektrale
Auflösung seines TM-Scanners (22 kB) und die Lage
von TM-Szenen in NW-Deutschland (100 kB) dargestellt.